22
Dez
06

Onlinedurchsuchungen von PCs in NRW

Als ich heute den Artikel „NRW verabschiedet Gesetz zur Online-Durchsuchung“ auf Golem.de (http://www.golem.de/0612/49607.html) gelesen hatte, konnte ich echt nicht glauben was da steht. Die Politiker haben doch echt keine Ahnung, was sie da tun.
Man möchte in dem Gesetzesentwurf so wörtlich dem „neuen Phänomen der home-grown-terrorists mit wirksamen Aufklärungsmitteln begegnen […] können“ [1].
Wenn man dann den Entwurf weiter liest, werden die Änderungen am Gesetz dargestellt. Dazu zählt unter anderem: „heimliches Beobachten und sonstiges Aufklären des Internets, wie insbesondere die verdeckte Teilnahme an seinen Kommunikationseinrichtungen bzw. die Suche nach ihnen, sowie der heimliche Zugriff auf informationstechnische Systeme auch mit Einsatz technischer Mittel.“.
Nun ja, ich frage mich allerdings wie das denn alles möglich sein soll? Nun ja, Windows ist ziemlich verbreitet und es wäre auch ein vergleichsweise einfaches Ziel. Doch ich vermute mal, dass Microsoft keine Hintertürchen für Behörden eingebaut hat. Was ist aber, wenn der Bösewicht kein Windows einsetzt? Die Alternativen sind ja ziemlich groß: MacOS, Linux, Unix, PalmOS, …

Zudem sehe ich da das Problem der Firewalls, die überwunden werden müssten – mal ganz zu schweigen von den tausenden Routern (insbesondere NAT), die bei Breitbandnutzern eingesetzt werden.

Die Idee, einen („Bundes“-)Trojaner zu schreiben, halte ich genau so für rausgeschmissenes Geld wie die Suche nach unveröffentlichten Sicherheitslücken im Betriebssystem. Zum einen müsste ja wohl ein Trojaner von den meisten Antiviren-Programmen (z.B. Norton Antivirus, Avira Free-Av, McAfee & Co.) erkannt und vernichtet werden. Zudem stellt sich mir die Frage: „Wie soll der auf den Rechner kommen?“ – per E-Mail? Auf DVD? Und wieder die Frage: Was ist mit den Bösewichten, die kein Windows einsetzen? Soll der Trojaner dann auf alle Betriebssysteme portiert werden? Vielleicht setzt man ja auf Java 🙂

Möglicherweise offene Sicherheitslücken dürften innerhalb kürzester (ein ziemlich weiter Begriff) Zeit gestopft werden. Oder gehen die Behörden davon aus, dass wir alle DAUs sind und mit der Zeit nichts gelernt hätten?
Ich weiß ja nicht, wo diese ganze Diskussion noch hinführt; doch unsere hochbezahlten Politiker sollten sich mal überlegen, was sie denn den ganzen Tag von sich geben! Mir kommt es im übertragenen Sinne so vor als ob Blinde von Farben reden – obwohl das noch sanft ausgedrückt wäre.

(Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an den Gesetzesentwurf zur „Verdammung“ von Hackertools – und jetzt dreht man den Spieß um! [2])

Ich könnte mich jetzt noch weiter maßlos über solche Dinge aufregen, aber das lasse ich mal besser. *WOOOOOSSSSAAAA*

[1] Gesetzesentwurf zur Onlineüberwachung:
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/Webmaster/GB_I/I.4/Dokumentenarchiv/dokument.php?k=MMD14/2211&quelle=alle

[2] Sicherheitstests könnten bald illegal werden
http://www.golem.de/0201/17732.html

ORF-Futurezone
http://futurezone.orf.at/it/stories/156100/

de.internet.com: Schweizer Behörden wollen Trojaner zum Abhören einsetzen
http://de.internet.com/index.php?id=2045522

heise.de: Verfassungsschutz, Online-Durchsuchungen und die Verfassung
http://www.heise.de/newsticker/meldung/82248

Advertisements

0 Responses to “Onlinedurchsuchungen von PCs in NRW”



  1. Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Blog Stats

  • 194,056 hits

%d Bloggern gefällt das: